Luisenhöfe im Planungsausschuss

Am kommenden Donnerstag den 10.06 wird das Projekt im Planungsausschuss behandelt. Dies geschieht im nichtöffentlichen Teil. Als BI sind wir von den Investoren nur ausschnittsweise über Details zur Weiterentwicklung des Projekts informiert worden. Hierbei handelt es sich um einem eingeladenen Wettbewerb – ähnlich dem Verfahren, welches für das Gesamtprojekt durchgeführt worden ist. Dieser Wettbewerb bezieht sich aber alleinig den Bunker.

Beteiligung der Anwohner

Zu allen anderen Punkten haben wir keine weiteren Informationen. Als BI haben wir als letztes Mandat zur Unterstützung unserer Forderungen nahezu 500 Unterschriften erhalten. Diese sind am 14.09.2019 an die Stadtverwaltung übergeben worden. Dies haben wir als Mandat verstanden im Sinne der Anwohnerschaft aktiv zu bleiben. Wir haben bisher keinerlei Rückmeldung, was mit diesen Forderungen zur Gestaltung unseres Quartiers geschehen ist. Auch sind wir von keiner Seite zu einem weiteren Dialog angesprochen worden. Lange ist nichts von dem Projekt zu hören gewesen und wir haben nach der Kommunalwahl auf einen Neustart im Dialog mit allen Beteiligten gehofft. Jetzt ist von Seiten der Investoren anscheinend der formale Weg eingeschlagen worden und wieder eine Chance für einen transparenten und konstruktiven Dialog vergeben worden.

Wettbewerb Bunker

Die Informationen, die wir von den Investoren erhalten haben, beziehen sich auf den oben angesprochenen Wettbewerb. Hier hat die BI die Einladung erhalten ein Mitglied für die Wettbewerbsjury zu stellen. Interessant war hier, dass am folgenden Tag nach der Einladung die Bestätigung zur Teilnahme samt der ganzen Terminschiene versandt worden ist, obwohl noch keinerlei Äußerung unsererseits hierzu erfolgt ist. Ist das nur ein Versehen?

In Abstimmung mit der Stadt – so die Formulierung der Investoren, wird auf eine Wohnnutzung für den Bunker verzichtet. Stattdessen soll eine Büronutzung auf den Bunker gesetzt werden. Nicht dass es z.Zt. ein sehr großes Überangebot an Büroflächen gibt – und dies wird auf Grund der Folgen von Corona (Homeoffice) eher mehr werden, nein es sollen diese Wohnungen an dieser Stelle im Projekt wegfallen.

Klimaresilienz

Hinzu kommt, dass die Herausforderungen in Bezug auf die Klimaauswirkungen in der Stadt immer akuter werden. Wir haben hier einen Innenblock, der jetzt bereits viel zur sog. Klimaresilienz beiträgt. Um Städte widerstandsfähiger gegen Klimafolgen zu machen, ist sehr viel Grün erforderlich. Stadtgrün – vor allem lange gewachsenes Grün – bietet Schatten, produziert Kälte durch Verdunstung, hier können Starkregen, wie sie gerade erst wieder stattgefunden haben, besser abgepuffert werden und ganz nebenbei ist im Stadtgrün CO2 gebunden. Die neue Bebauung wird diese Qualitäten nicht verbessern.

Nachhaltiges Quartier = Zukunftsquartier

Ganz abgesehen davon gibt in der bisher bekannten Planung keinerlei Aussagen zum nachhaltigen Bauen. Dies beginnt im Städtebau, geht über den Abriss bis hin zum Neubau. Wie steht es mit unserer Forderung zu einem wirklich autofreien Quartier – jeder neue Stellplatz bedeutet mehr Verkehr. Der Verbindung von Wohnen und Arbeiten (Kalde Gelände). Z. Zt. ist die 15 Minuten Stadt in aller Munde. Auf dem Kaldegelände könnte Wohnen, Arbeiten, Dienstleistung… in einem städtebaulich reizvollen Bestand verbunden werden. Abriss vermeiden! Alte Gebäude speichern letztendlich analog zu Bäumen ebenfalls CO2, welcher bei der Herstellung neuer Baustoffe wieder emittiert würde. Was geschieht mit dem Neubau? Wird dieser möglichst CO2 neutral errichtet? Kommen hier z.B. Recyclingbaustoffe, natürliche Baustoffe und Holz zum Einsatz?

 

All dies sind Fragen, welche für ein Zukunftsquartier grundsätzlich und zwar jetzt geklärt werden müssen – sie sind aber nach unserem Wissen bisher nicht beantwortet. Als allererstes muss aber ein transparenter und konstruktiver Dialog gestartet werden. Wir haben große Befürchtungen, dass dies über das nun gestartete formale Vorgehen der Investoren nicht gewünscht ist.

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