# 019 | Presseinfo zum Wettbewerb

Bürgerinitiative Luisenhöfe nur eingeschränkt zufrieden mit Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs

„Der Siegerentwurf ist zwar der beste der Entwürfe, der für den  städtebaulichen Wettbewerb eingereicht wurden, er stellt dennoch nicht die beste Lösung für den Baublock zwischen Boxgraben, Mariabrunnstraße, Reumontstraße und Südstraße dar.“ So beschreibt Karsten Schellmat , Initiator der Bürgerinitiative Luisenhöfe, das Ergebnis des Wettbewerbs. Am 4. September hatte sich die Wettbewerbsjury einstimmig für den Entwurf des Düsseldorfer Büros Hector3 ausgesprochen. Ein zweiter Preis wurde nicht vergeben.

Eigentlich Baufläche
Eigentum Luisenhöfe GmbH + optionaler Garagenhof

Ergebnis des Wettbewerbs

Die Bürgerinitiative war in diesem Gremium vertreten. Begründet hatte die Initiative ihre Teilnahme damit, so zumindest ansatzweise mit gestalten zu können, auch wenn man nur mit einer von insgesamt 13 Stimmen im Gremium vertreten war. Positiv bewertet die Initiative, dass mit diesem Entwurf die Grünfläche, die man inzwischen als Boxpark bezeichnet, weitgehend unangetastet bleibt, dass das Parkhaus oberirdisch nur geringfügig erweitert wird und dass Teile der Bebauung des Kalde Geländes erhalten bleiben könnten. Außerdem sei ein Bauen in Etappen möglich.

Sie sieht aber auch noch zahlreiche Schwächen und will deshalb weiter am Ball bleiben. So sei die Dichte immer noch viel zu hoch, im Siegerentwurf seien die entsprechenden Vorgaben sogar erheblich überschritten worden. Dies müsse auf alle Fälle korrigiert werden. Gleiches gelte für die versiegelten Flächen.

Kleinklima und Bedarf an Wohnungen

Es müsse auf jeden Fall auch noch untersucht werden, welche Auswirkungen der Entwurf auf das Kleinklima im Block habe. Spätestens nach den klimatischen Ereignissen des Sommers – der andauernden Hitze und dem Starkregen – sei intensiv darüber nachzudenken, ob die vorhandenen wertvollen Grünstrukturen nicht als Ganzes gestärkt werden müssten statt sie mit einer hohen Dichte zu bebauen. Auch sei der Anteil des geförderten Wohnungsbaus mit 30 % zu niedrig. Damit plane man am Bedarf vorbei, so die Auffassung der Initiative. Wichtig ist der Initiative auch die Entwicklung eines nachhaltigen Mobilitätskonzeptes. „Das anstehende Bebauungsplanverfahren werden wir weiterhin konstruktiv, aber kritisch verfolgen“, so Schellmat.

Weiterer Prozess

Rechtliche Schritte sind dabei nicht ausgeschlossen, zumindest wurde dies bei der letzten Versammlung der Initiative von Anwohnern ins Spiel gebracht. Nachdem die bisherige Bürgerbeteiligung aus Sicht der Initiative sehr holprig verlaufen sei, wünsche man sich nun eine stärkere Beteiligung über das formale Bebauungsplanverfahren hinaus.

Eine Ausstellung der eingereichten Arbeiten findet im Haus Löwenstein am Markt 39 vom 12.09 bis 21.09. wochentags zwischen 10:00 und 18:00 zugänglich statt.

Eine Antwort auf „# 019 | Presseinfo zum Wettbewerb“

  1. Gedanken zum Nachhaltigen Bauen
    Betrachtet man unsere Innenstädte sind dies vorwiegend für den Autoverkehr gestaltet. Dem Paradigmenwechsel Innenstädte Emissionsfrei zu halten und Platz für Freiflächen und Begrünung zur Klimatisierung zu erhalten, ergibt sich die Forderung auch Innerstädtischen Neubau autofrei zu konstruieren. Die Forderung ist also, anstelle von Stellplätzen oder Garagen die Aufwändig geologisch in die Tiefe erschlossen werden, auf diese vollständig zu verzichten.
    Stellplatzbefreiung lässt sich z.B. Objekt spezifisch dahingehend realisieren, dass Grundbuchlich bestimmt wird, keine Anwohnerparkausweise auszustellen. Hieraus ergibt sich zwangsläufig, das Interessenten sich modernen Mobilitätsgedanken hingeben.
    Durch die einfache ebenerdige Gründung ergeben sich Baukostenvorteile in Höhe von 20-25% die direkt an die Nutzer weitergegeben werden können. Bau und Planungszeit verkürzt sich, aufwändige Bodengutachten entfallen. Die Bauzeit und Belastung der Anwohner wird enorm reduziert auch durch Verwendung von z.B. Holzfertigbauteilen.
    Darüber hinaus bedeutet nachhaltiges Bauen nicht den Verguss von Unmengen Beton zu dessen Herstellung Unmengen von CO² emittiert werden (s Graue Energie oder Primärenergie von Baustoffen) Besser ist es ein Baumaterial zu verwenden bei dessen Gestehen CO² gebunden wird z.B. Holz. Hier gibt es inzwischen zahlreiche Beispiel unter dem Stichwort „konstruktiver Holzbau“ wo mehrgeschossige Wohnsiedlungen realisiert wurden.
    Wenn ein solches Holzgebäude auch noch in Teilen begrünt wird oder in verbesserten Energetischen Standard ausgeführt wird hat man für Nachhaltigkeit und Kostenbewusst Bauen erhebliches geleistet. Für die Stadt Aachen hisse dies ein Innovatives Objekt mit dem begleitenden Gedanken Verkehrs freundliche Innenstadt zu unterstützen.
    All diese Gedanken habe ich in der Auslobung des Wettbewerbes vermisst.

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