BI Luisenhöfe mit Podcast beim Weltverbesserer

Wir haben einen Podcast zu den Luisenhöfen mit dem Weltverbesserer – besser gesagt, mit Birte Gernhardt gemacht. Sie hat den gleichnamigen Podcast initiiert und füllt ihn mit Leben und tollen Beiträgen. Wir, das sind Astrid Krumwiede und Karsten Schellmat als Vertreter der BI. Wir haben dargestellt, was der Stein war, der alles in Rollen gebracht, wie wir begonnen haben, wie wir uns aufgestellt haben und einen konstruktiven Ansatz verfolgt haben. Ebenso haben wir über das Viertel, die Unterstützung aus dem Viertel und von den vielen anderen Organisationen sprechen können.

Und wir haben unsere Forderungen für den B-Plan einmal nicht nur auf prägnante Aussagen reduzieren müssen, sondern konnten auch die Hintergründe ausführlich erläutern.

Wir glauben, dass dieses Interview ein ziemlich rundes Bild von der BI gibt und sind Birte Gernhardt für diese Möglichkeit der Darstellung sehr dankbar.

Also reinhören und diesen Podcast teilen, damit noch mehr Leute im Viertel und der ganzen Stadt verstehen, was uns antreibt und warum wir immer noch nicht aufgegeben haben.

Zum Weltverbesserer Podcast mit der BI Luisenhöfe

Und wieder einmal – die Hitze!

Mit der Hitze in diesem Sommer ist das Thema Anpassung an den Klimawandel wieder in aller Munde. Mit den kühleren Temperaturen verschwindet das Thema aber auch schnell wieder aus der allgemeinen Wahrnehmung. Welche Tragweite insbesondere die Hitze auf unsere Gesundheit hat, zeigt sehr eindringlich die ARD-Dokumentation – Zugepflastert.

2018 war bisher das heißeste Jahr. Aber die Abstände von Jahren mit sehr heißen Sommern werden immer enger.  Die Temperaturunterschiede zwischen versiegelten und begrünten Flächen können in der Stadt bis zu 10 Grad und mehr betragen. Daniele Santucci, Prof. für Gebäudetechnologie an der RWTH Aachen führt mit seiner mobilen Messstation Messungen von verschiedenen Orten in Aachen durch (Lokalzeit
19.08.24 ab Min. 12
). Ebenso ist er einer der drei Kuratoren/innen des deutschen Pavillons auf der Architekturbienale mit dem Thema Stresstest – was bewirkt Hitze in der Stadt. Das
Robert-Koch-Institut (RKI), uns allen gut aus der Coronazeit bekannt, dokumentiert die 
Übersterblichkeit durch Hitze. Besonders gefährdet sind hier die vulnerablen
Gruppen der Gesellschaft
: Alte, Kranke und beeinträchtigte Menschen, Kinder, Schwangere. Besonders belastet sind Menschen aus sozial schlechten gestellten Gruppen unserer Gesellschaft. Um es mit dem Zitat einer durchaus in Fachkreisen bekannten Haustechnikingenieurin zu sagen: Gestorben wird in den schlecht gegen Hitze isolierten Dachgeschossen.

Gerade für Gruppen, die sich nicht vor der Hitze schützen können oder, wie man früher schön sagte – sich nicht in die Sommerfrische verabschieden können – ist eine kühle Naherholung – auch Pantoffelgrün – sehr wichtig, ja vielleicht überlebenswichtig.

Was bedeutet dies für die Luisenhöfe

Uns ist es weiterhin komplett unverständlich– und hierzu haben wir uns ja schon in den Blogbeiträgen (‚Hier schlägt der Hitze-Hammer zu‘ titelte die Bild Zeitung sowie Es ist heiß und ist trocken) positioniert. Dass dieses Thema nicht in dem Maße in die Planung einfließt, wie es erforderlich ist.

Die Frage hinsichtlich der gesundheitlichen Auswirkungen auf die Anwohnenden bei Hitze-Ereignissen wurde bei den Eingaben im Rahmen der Bürgerbeteiligung zum Bebauungsplan gestellt. Übrigens: Bisher gab es seitens der Verwaltung und Politik keinerlei Rückmeldungen zu den vielseitigen Eingaben. Auch auf die gemeinsame Eingabe mit mehreren Nachhaltigkeitsgruppen ist bisher keine Rückmeldung erfolgt. Diese beinhaltete ebenfalls viele Aspekte der Klimaresilienz. Kostenloses Trinkwasser bereitstellen oder auf kühle Aufenthaltsräume hinzuweisen sind Akutmaßnahmen. Sie bekämpft die Folgen des Hitzestresses, aber nicht die Ursachen. Wir alle brauchen Verschattung und Stadtgrün als kühlende Orte. Jedes Grad weniger ist verantwortungsvolle Daseinsfürsorge.

Kühle Böden - kühle Stadt

Aktuell läuft auch das Beteiligungsverfahren zu kühlen Orten in Aachen. Hier ist der Boxpark schon gemeldet. Man kann aber diesen Ort ‚liken‘ und mit Kommentaren versehen. Auch der Garten des Kalde-Geländes ist ein solcher kühler Ort. Im Gutachten der Stadt -Kühler Grund, kühle Stadt – Aachens Böden arbeiten wie Klimaanlagen – sind Teile des Blockinnenbereichs als ein ‚Kühlschrank‘ für die Stadt ausgewiesen.

Frag den Staat

Um nicht weiter abzuwarten, ist es möglich Fragen an die Verwaltung über das Portal Frag-den-Staat stellen. Das Portal hat aktuell selbst eine Studie zur Klimakrise in den Städten durchgeführt. Aachen taucht hier zwar nicht in den Top 10 auf, aber nicht nur in dieser Studie wird betont, wie wichtig das Bestandsgrün ist und wie wenig dies bisher in der Bauleitplanung seinen Niederschlag findet.

Es geht letztendlich um unsere Gesundheit. Fragen an die Verwaltung müssen gemäß § 25 Absatz 1 Satz 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVfG) beantwortet werden. Gerne unterstützen wir bei der Formulierung der Fragen. Es darf nicht ausschließlich weiter nur über Maßnahmen in der Zukunft nachgedacht werden.

Was wir als BI und der Verein OeViAc e.V. weiter unternehmen und unternommen haben, ist im Anschluss zu lesen.

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Stellungnahme Bauturbo

Der Runde Tisch Klimanotstand Aachen hat mit weiteren Initiativen eine Stellungnahme zum sog. Bauturbo – dem §246e in der Novelle des Baugesetzbuches – verfasst. Er stellt sich ausdrücklich hinter die Stellungnahme zahlreicher Fachverbände. Wie bereits in vorangegangenen Beiträgen erläutert, wird der §246e eher entgegengesetzte Entwicklungen, wie eine Bodenspekulation, befördern, als zum Bau kostengünstiger Sozialwohnungen führen.

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Ehemaliger Schrebergarten zwischen Weber- und Mariabrunnstrasse

Für den ehemaligen, sehr schönen und ökologisch wertvollen Schrebergarten zwischen Weber- und Mariabrunnstrasse soll nun ein Wettbewerb ausgelobt werden. Hier ist bereits sehr viel Artenvielfalt und Stadtgrün verloren gegangen.

Die Kaltluftbahn, die für das angrenzende Viertel und die Innenstadt extrem wichtig ist, wird mehrmals als zentrales Element benannt. Das entsprechende Gutachten hierzu ist aber nicht veröffentlicht. Deshalb ist eine Anfrage über Frag den Staat zur Offenlegung des Gutachtens eingereicht worden. Es soll eine gerade einmal 20 m breite Bahn zur Versorgung mit Kaltluft für das angrenzende Viertel freigehalten werden. Ob die mit dem Gutachten erstellte Simulation von einer neuen Bebauung wirklich nicht zu einer Verschlechterung führt, ist nicht nachzuvollziehen. Eigentlich müsste bei den anstehenden Veränderungen ein Verbesserungsgebot das Maß der Planung sein.

Unter AachenNews ist hierzu ebenfalls eine ausführliche Stellungnahme hierzu erschienen.

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Eilt! – Lärmaktionsplan – nur noch bis zum 03.06.24 Eingaben möglich

Die Umgebungslärmrichtlinie der Europäischen Union (EU) verpflichtet die Kommunen zur Erstellung eines Lärmaktionsplans zur Minderung der Belastung der Bürger durch Lärm. Aachen hat diesen Plan erstmals 2013 erstellt. Nun wird der Lärmaktionsplan zum vierten Mal fortgeschrieben. Der Entwurf des Lärmaktionsplans ist nun veröffentlicht. Im Zuge der Veröffentlichung des Entwurfs wird eine Bürgerbeteiligung durchgeführt. Hierbei kann jeder Bürger der Stadt Aachen seine Anliegen in Bezug auf den Umgebungslärm einbringen.

Die Situation rund um die Luisenhöfe

Die Hauptimissionsquellen im Bereich der Luisenhöfe ist zum einen der viel befahrene Boxgraben und die Bahnstrecke zwischen Hauptbahnhof und dem Bahnhof Schanz. Bei Letzterer sind es vor allem die nächtlichen Güterzüge, die je nach Windrichtung einen erheblichen Lärmeintrag produzieren.

Der Blockinnenbereich ist im Gegensatz zum lauten Boxgraben eine Oase der Ruhe. Genau solche Orte sollen mit dem Lärmaktionsplan als Orte der Erholung vom Lärmstress der Umgebung gestärkt werden. Eigentlich sollen für alle Bürger solch ruhige Bereiche in erreichbarer Nähe geschaffen werden.

Was bedeutet dies für die Luisenhöfe?

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„Abfahrt Süd“ (eine Straße rettet ihren Club)

Gestern, heute und morgen soll das Pleiteschlamassel des Hotel Europa abgewendet werden. Viele Clubs in Aachen kämpfen immer noch mit den Nachwehen von Corona und haben Schwierigkeiten wieder auf die Füße zu kommen. Auch das Hotel Europa kämpft.

Deshalb finden heute und morgen und fanden eben auch gestern Konzerte und Ausstellungen an verschiedenen Orten in der Südstrasse statt.

Also hingehen, spenden was möglich ist und weitersagen…

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#deinhoteleuropa #suedstrassenfestival #clubsterben

§ 246e BauGB – der Bauturbo

Die Bundesregierung hat den Entwurf des § 246e Baugesetzbuch (BauGB) zusammen mit den Bundesländern auf den Weg gebracht. Dieser Paragraf soll Regelungen aus dem BauGB weitreichend außer Kraft setzen. Er wird für Gebiete mit angespannten Wohnungsmarkt gemäß § 201a BauGB gelten. Wen wundert es – Aachen gehört dazu.

Eine Regelung wie der § 246e BauGB ist ursprünglich für die Erstellung von Flüchtlingsunterkünften eingeführt worden. Hier macht dies auch durchaus Sinn, da diese Bauten temporär sind und schnell erstellt werden mussten.

Jetzt aber für drei Jahre weitreichend die Regelungen des BauGB außer Kraft zu setzen, wird sicher nicht zu einem Bauturbo führen. Es werden Regelungen zur Erschließung der Grundstücke und Gebiete außer Kraft gesetzt, umweltrechtliche Prüfungen und Auflagen fallen weg, Partizipationsverfahren werden ausgesetzt und noch einiges mehr.

Baugenehmigung = Bodenspekulation

Es soll mit dem § 246e erlaubt werden, für jedwede Fläche in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt einen Bauantrag zu stellen, wenn sie nicht weiter als 100 m von einer bestehenden Siedlungsfläche entfernt ist. Auch in Gebieten mit bestehenden Bebauungsplänen kann in Abweichung zu den Vorgaben des Bebauungsplans ein Bauantrag gestellt werden. Die Verwaltungen müssen diesen Bauantrag innerhalb von 2 Monaten genehmigen. Sollte dies nicht erfolgen, ist der Antrag automatisch genehmigt. Dies bedeutet für Gebiete ohne Bebauungsplan, dass mit einem genehmigten Bauantrag der Wert des Grundstücks exponentiell steigt, ohne dass überhaupt eine Verpflichtung zum Bauen besteht. Noch weitergehend – es sind überhaupt keine Regelungen zu einer Quote für den sozialen Wohnungsbau vorgesehen, obwohl es ja das Ziel dieser Regelung sein soll, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

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Abriss beginnt – Kalde-Gelände im Abriss-Atlas

Ab morgen beginnen erste Abrissarbeiten für die Luisenhöfe. Die Bewohner der Südstraße 16-18 sind mit einem Anschreiben darüber informiert worden, dass eine Garage samt Aufbau auf dem Oebel-Garagenhof abgebrochen werden soll. Es steht zu befürchten, dass dabei auch der Pavillon im Boxpark in Mitleidenschaft gezogen wird.

Warum diese Maßnahme noch bevor der B-Plan verabschiedet ist, durchgeführt wird, erschließt sich uns nicht. Wir werden sehr genau hinschauen, ob der Pavillon in Mitleidenschaft gezogen wird.

Abriss-Atlas

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‚Hier schlägt der Hitze-Hammer zu‘ titelte die Bild Zeitung

Es war heiß in den letzten Wochen. Die Nachrichten und Zeitungen sind voll mit Meldungen zu Hitzerekorden. Die spektrum.de fragt: ‚Wie bleibt das Leben in den Städten erträglich.‘ Es werden ausführlich Maßnahmen diskutiert und konkret vorgeschlagen, wie sich unsere Städte an die Hitzewellen und Starkregenereignisse anpassen müssen. Die Fehler der Stadtplanung der letzten Jahrzehnte müssen dringend korrigiert und dürfen nicht weiterhin gemacht werden.

Dass Menschen tatsächlich einmal dachten, es sei eine gute Idee, freie Flächen mit Hunderten Quadratmetern von Beton zu grundieren, statt Gras oder Bäume zu pflanzen (oder gleich stehenzulassen), zählt zu einer der großen Dämlichkeiten unserer Spezies.

Spiegel

Bäume, die Schatten spenden, mit Ihrem Wurzelwerk das wenige Wasser halten und durch Verdunstung für Abkühlung sorgen, ist die meistgenannte Maßnahme, die dringend erfolgen muss.

Was passiert bei den Luisenhöfen?

Bei den Luisenhöfen wird erst einmal bestehendes Grün vernichtet und 47 Bäume, die genau das oben Beschriebene hervorragend leisten, werden abgeholzt. Der/das Boxpark/Boxgrün wird durch aktuelle Planung stark gefährdet und die vitalen Bäume könnten in der Bauphase durchaus dasselbe Schicksal erleiden, wie die Baumhasel an der Lütticher Straße. Angesichts der nun immer öfter kommenden Hitze- und Starkregenereignisse erschließt sich uns dieses Vorgehen in keiner Weise mehr. Dies hat nichts mit der Vorsorgeverantwortung der Stadt für ihre Bürger*innen zu tun. Vulnerable Bevölkerungsgruppen, insbesondere alte Menschen, werden hiermit in Ihrer Gesundheit extrem gefährdet.

Flächenversiegelung und Kühleffekte

Die Flächenversiegelung nimmt ebenso großflächig zu. In die Versiegelungsbilanz werden großzügig Flächen über Tiefgaragen und Dachbegrünungen eingerechnet. Diese besitzen aber nicht die Eigenschaften von gewachsenem Boden. Die Stadt Aachen hat bereits 2012 einen Leitfaden zum Schutzgut Boden erstellen lassen. Dieser ist leider nie für die Innenstadt fortgeschrieben worden. Z.Zt. werden viele Freiflächen als natürlichen „Klimaanlagen“ in der Erde im Auftrag der Stadt Aachen untersucht. Wir fordern, dass diese Untersuchung auf das Plangebiet ausgeweitet wird. Über 30 Jahre war das Plangebiet im Flächennutzungsplan (FNP) immer als Grünfläche vorgesehen und mit Beginn des Bebauungsplansverfahrens ist 2019 plötzlich zu einem ‚Urbanen Gebiet‘ im neuen FNP umgewidmet worden.

Luisenhospital

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