Wir sind fassungslos

Die Pläne für Bebauung sind veröffentlicht (links sind hier zu finden). Geändert hat sich kaum etwas, außer dass alles ein wenig höher geworden ist. Im Januar oder ggf. schon vor Weihnachten beginnt die Offenlage und die Bürgerbeteiligung. Die Beschlüsse zum Beginn des Verfahrens werden bereits in der nächsten Woche erfolgen (06.12 Umweltausschuss / 07.12 Bezirksvertretung Mitte – nur hier darf man das Wort ergreifen / 08.12 Planungsausschuss) gefasst.

Bauen in Zeiten der Klima- und Ressourcenkrise

Angesichts der dieser Krisen ist es uns unverständlich, dass hier ein Projekt – man muss sagen – durchgezogen wird, was unter ganz anderen Vorzeichen entwickelt worden ist. Die Entwickler*innen dieses Projektes haben dies immer noch imer nicht erkannt und wollen – ein Weiter so.

Dass Investoren sich hier nicht neu positionieren und alleinig Greenwashing betreiben (ein Quartier für Grünstadtmenschen) ist ja nicht weiter verwunderlich. Stadt und Politik muss aber ihre / seine Bürger schützen und die Stadt auf zukünftige Auswirkungen des Klimawandels ausrichten. Alte Zusagen der vorangegangenen Koalitionen im Stadtrat – und hierauf wird sich berufen – können vor diesem Hintergrund keine Gültigkeit mehr besitzen. Auch wenn wir uns wiederholen, hier noch einmal die konkreten Themen, welche unbedingt in der Planung beachtet werden müssen.

  • Es sollen 47 Bäume für dieses Vorhaben gefällt werden > die Stadt wird immer heißer und wir leisten uns es wirklich so viele innerstädtische Bäume zu vernichten.
  • Die neue Baumasse und die Fällung der Bäume werden eine Verschlechterung für die Gesundheit der Anwohner bedeuten > Hitzeereignisse, Feinstaub und mentale Gesundheit.
  • Es sind keinerlei Maßnahmen zur Abpufferung von Starkregenereignissen vorgesehen > das Prinzip der Schwammstadt scheint ein Fremdwort zu sein.
  • Neue Stellplätze kreieren neue Verkehrsströme > Die Chance für ein wirklich autofreies Quartier wird komplett vertan.
  • Das Bauen und Betreiben von Gebäuden ist für ca. 38% der C02 Emissionen verantwortlich > Diese entstehen bei Neubauten zu 50% bei der Herstellung der Materialien.
  • Das Bauen von Gebäuden nimmt ca. 50% des Ressourcenverbrauchs ein > Es gibt keine Aussage zu einer nachhaltigen Bauweise
  • Das Bauen ist für 53% der Abfallströme verantwortlich > Ein sinnvoller Umgang mit Bestand (Kalde-Gelände) steht nicht mehr zur Debatte.
  • Mit einem Anteil von 30% (aktuell sogar 36%) sozialem Wohnungsbau wird am Bedarf vorbeigebaut > Dieser Anteil hilft nicht denen, die wirklich eine Wohnung brauchen.
  • Den Grundrissen nach zu urteilen wird ein großer Anteil der freifinanzierten Wohnungen für die sog. silberne Genration – betreutes Wohnen – gebaut. Es könnten aber Mikroapartments sein. > Beide Wohnformen sind höchst lukrativ zu verkaufen und bilden in diesem Verhältnis nicht den Bedarf ab.

Aussagen aus der Vorlage der Verwaltung

Die Beschlussvorlage der Verwaltung macht keine Aussagen Klimaschutz im Allgemeinen. Die globalen CO2 Emissionen werden nicht ermittelt. Ebenso wird nicht quantifiziert, welche Auswirkungen das Vorhaben auf die Klimafolgen (lokale Auswirkungen) hat. Siehe Titelbild.

Des Weiteren wird nicht ermittelt, ob durch das Vorhaben C02 Emissionen eingespart, erhöht oder kompensiert werden.

Für uns sind dies Mindestaussagen, welche im Rahmen eines solchen Projektes getroffen werden müssen. Daneben müssen aber auch Untersuchungen zur Biodiversität (Boxgrün sowie Fällung der Bäume), Kaltluftentstehung und -ströme, Auswirkungen des erhöhten Autoverkehrs…durchgeführt werden. Auch hierzu gibt es im sogenannten Klimacheck der Stadt Aachen keine Festlegungen (Anlage 9 S.12/13). Grundsätzlich betrachtet aber Klimacheck nur die neue Maßnahme und nicht die Qualitäten, die verloren gehen.

Auszug aus dem Klimacheck

Gutachten

In einem sog. vorhabenbezogenen Bebauungsplan ist nur ein Umweltbericht anstatt Umweltverträglichkeitsprüfung gefordert. Bei einem Umweltbericht können der Untersuchungsumfang und -tiefe von der Kommune beeinflusst werden. Wie sich die Stadt hier positioniert hat, ist uns nicht bekannt, da der Umweltbericht bisher nicht vorliegt. Angesichts der fehlenden Aussagen in den Vorlagen der Verwaltung gehen wir davon aus, dass die vorgenannten Gutachten, welche auch im Rahmen eines Umweltberichts erarbeitet werden, nicht erstellt worden sind.

Wir fordern die umgehende Offenlage aller Unterlagen, damit die Möglichkeit besteht entsprechenden Sachverstand hinzuzuziehen. Die entsprechenden Gutachten sind unabhängig zu erstellen. Eine Abwägung durch die Fachämter halten wir nicht für ausreichend. Transparenz im Prozess war bisher nicht ausreichend vorhanden. Dies muss sich jetzt unbedingt ändern.

Die gesamte Entwicklung des Projekts hinterlässt uns völlig rat- und fassungslos.

Die große Chance für ein wirklich nachhaltiges Quartier wird komplett aus der Hand gegeben. So erreichen wir die für Aachen beschlossenen Ziele des Klimanotstands und des Klimaentscheids defintiv nicht.

Es ist heiß und ist trocken

Wir haben schon viel für die Qualifizierung des Projekts Luisenhöfe erreicht. Der Boxpark wird nicht bebaut und kann zum Boxgrün (urbaner Wald) werden. Hier sind wir gerade in Gesprächen mit Stadt und Investoren. Das Parkhaus wird nicht erweitert und es werden auch auf unseren Druck hin weniger Stellplätze realisiert, als die Stellplatzsatzung eigentlich vorschreibt. Dass überhaupt ein Wettbewerb stattgefunden hat und nicht eine kostengünstige, städtebaulich und architektonisch höchst fragwürdige Projektentwicklung stattgefunden hat, können wir auch als Erfolg verbuchen.

Aber das alles reicht dennoch nicht aus !!!

Es ist heiß, es ist trocken, die Energie wird knapp, die Flüsse und Seen haben immer weniger Wasser, Ressourcen werden auch immer weniger verfügbar sein, es gibt eine Übersterblichkeit auf Grund der anhaltenden Hitze … und bei aktuell startenden Planungs- und Bauvorhaben werden diese Aspekte vollkommen unzureichend in die Planung aufgenommen. Wollen wir dies angesichts der dramatischen Entwicklung unserer Umwelt? Immerhin werden mit Bebauungsplänen die Grundlagen für die Quartiersentwicklung gelegt und dies sicher für mindestens die nächsten 50 Jahre.

Bürgerbeteiligung Luisenhöfe

Im Spätsommer/Frühherbst – so die bisherigen Informationen – soll es zur Offenlage des Bebauungsplans und damit auch die Bürgerbeteiligung kommen. In der Regel befinden sich die B-Pläne samt zugehöriger Dokumente 4 Wochen in der Offenlage. In diesem Zusammenhang können nochmals Eingaben gemacht werden. Welche Dokumente und Gutachten veröffentlicht werden, ist nicht bekannt. Ob die übliche Frist von einem Monat reicht, um fundierte Eingaben zu machen bezweifeln wir als BI grundsätzlich. Gutachten müssen von Fachleuten bewertet und hierzu Stellungnahmen verfasst werden. Auch das Planwerk und der zugehörigere städtebauliche Vertrag müssen intensiv geprüft werden.

Versprechungen der Investoren

Die Investoren wollen ein Viertel für Grünstadtmenschen kreieren. ‚Schöner Wohnen ohne Flächenfraß‘ ist ein Schlagwort von der Website der Investoren – aber zunächst einmal wird ein großer Teil der Fläche mit einer Tiefgarage versiegelt. Die Luisenhöfe werden autofrei – aber nur im Blockinneren. Die Autos, die 23 von 24 Stunden rumstehen, werden einfach unter die Erde verbannt. Ein Konzept, dass bei dieser Innenstadtlage nur mit den nötigsten Stellplätzen (Barrierefreiheit und Kurzzeitparken) auskommt – große Fehlanzeige. Vielleicht kann man die Tiefgarage ja angesichts der anhaltenden Trockenheit später zu einer Zisterne umwandeln. Dies wäre dann aber eine sehr teure Zisterne.

Wir haben uns einmal die Mühe gemacht die Schlagworte und Phrasen, welche die Investoren auf ihrer Website gepostet haben, zusammenzufassen:

„LUISENHÖFE AACHEN – Wohnen & Arbeiten für ‚Grünstadtmenschen‘.“

„Innerstädtisches Wohnen mitten im Grünen – ein modernes Quartier für Wohnen und Arbeiten. Alles im Einklang mit dem bestehenden Viertel und seinen Anlieger*innen. Dazu maximale Mobilität bei weniger Autoverkehr.“ [Warum gibt es uns als Initiative überhaupt]

Klimafreundlich Wohnraum schaffen“

Die Luisenhöfe werden autofrei. Das sorgt für Aufenthaltsqualität, gute Luft und sicheren Spielraum für alle Anlieger und Bewohner des Viertels.

„Die Luisenhöfe bieten den Nutzer*innen und Anwohner*innen Flexibilität und Mobilität.“

Durchdachte Mobilitätskonzepte, genügend Parkplätze durch „Parksharing“ und E-Lade-Stationen sparen Zeit und machen jeden flott. Dazu eine Car- und Bikesharing-Station und sichere, überdachte Fahrradstellplätze. Wie wäre es mit einem Bike-Repair-Café?“

„Schöner Wohnen ohne Flächenfraß. Der Versiegelung entgegenwirken und trotzdem Wohnraum für alle schaffen: Das leisten die Luisenhöfe durch die Umwandlung eines alten Firmengeländes.“

„Grün bleibt Grün, im annähernd gleichen Umfang wie vorher.“

„Grünflächen überall gut für Bienen und andere Bestäuber. Reguliert das lokale Klima. Mensch und Natur können aufatmen, Regenwasser versickern. “

„Im Schutz der Bäume alter Baumbestand und Neupflanzungen bieten Schatten, Ruhe und Biodiversität. Sie funktionieren wie eine „grüne Klimaanlage“ und bilden einen natürlichen Luftfilter.“

„Die Hochgarage als Mobilitäts-Hub Das Parkhaus des Luisenhospitals wird ökologisch sinnvoll erweitert und trägt durch seine Multifunktionalität maßgeblich zur Nachhaltigkeit des Quartiers bei. Die Hochgarage ermöglicht durch ihre Wechselnutzung eine Reduzierung des notwendigen Parkraums. Mehr Platz für Mensch und Natur!“

„Nachhaltigkeit. Der Neubau soll sich an die Baukörper der Umgebung anpassen. Die Kultur muss stimmen. Es muss gesichert sein, dass Klima und Umwelt nachhaltig geschützt werden können, gleichzeitig aber auch für die Bewohner nutzbar und erlebbar wird.“

Schöne Investorenwelt

Wenn all das wirklich ernst gemeint ist, können als BI unsere Aktivitäten einstellen. Es ist aber, so denken wir, dass hier eine mehr als gesunde Skepsis angesagt ist. Mittels der Website wird suggeriert, dass all diese Themen von den Investoren beachtet und in die Planung aufgenommen werden. Hiervon ist aber bisher nicht viel zu sehen. Wir signalisieren kontinuierlich Investoren und Politik, dass wir mit kritischer Nachfrage und Sachverstand das Projekt zukunftsfähig machen wollen. Allein schon die Absenkung des Grundwassers für die Baugruben  wird dem Boxpark gerade in solchen Hitzeperioden ungemein zusetzen. Ganz abgesehen davon, dass die Fällung der mehr als 35 Bestandsbäumen, welche in großen Teilen bereits zu stattlichen Exemplaren herangewachsen sind, nicht mehr in unsere Zeit passt.

Von Seiten der Politik wird gesagt, dass man sich an Zusagen gegenüber den Investoren, welche mittlerweile mehrere Jahre alt sind, halten müsse. Die Zeichen der Zeit haben sich aber so massiv verändert, dass ein Weiter so nicht mehr möglich ist.

Klimaneutrale und kreislaufgerechte Stadt

Die Stadt hat ambitionierte Klimaschutzziele. Bis 2030 wollen wir in Aachen klimaneutral sein. Gleichzeitig sagt man aber, dass man bei einem Projekt, dass so weit gediehen ist, nicht mehr eingreifen kann. Wir sind im B-Plan Verfahren. Hier hat man noch einen sehr weitgehenden Gestaltungsspielraum. Wir müssen jetzt in die Umsetzung der Ziele kommen und dürfen die Ambitionen nicht in zukünftige Projekte verschieben.

Aachen hat die circular cities declaration unterschrieben. Mit dem Abriss des Kaldegeländes lässt man hier wieder ein Weiter so zu. C2C (Cradle to Cradle) Aachen hat hierzu untersucht, welche Ressourcen und gebundenes CO2 im Bestand vorhanden ist. Eine solche Erhebung muss Grundlage einer Planung werden. Sicher sind der Stadt formal die Hände gebunden, aber wenn man eine kreislaufgerechte Stadt werden möchte – und im Bauen finden die grössten Kreislufströme statt – dann gehört dazu, auf die Investoren einzuwirken ihren Beitrag zur Ressourcenschonung zu leisten. Die Stadt gibt die Rahmenbedingungen für einen von den Investoren erstellten vorhabenbezogenen Bebauungsplan vor. Der umfängliche Ressourcenschutz sollte eine solche Vorgabe sein.

Verantwortung der Investoren

Die Investoren als Teil der Stadtgesellschaft sind ebenso für die Zukunft unserer Stadt verantwortlich. Sie müssen ihren Anteil daran leisten, an einer Stadt mitzubauen, in der auch noch unsere Kinder und Enkel (siehe z.B. Übersterblichkeit durch Hitze und Aufheizung unserer Städte) gut leben können. Nicht nur Politik alleine gestaltet die Stadt von morgen, sondern die Investoren können mit ihren Mitteln ebenso ihren Beitrag leisten. Große Renditen waren gestern – heute geht es darum, wie wir eine Stadt gestalten in der wir auch noch in Zukunft gut leben können. Es würde auch dem Image der Investoren gut anstehen, wenn hier wirkliche Anstrengungen gemacht würden. Das Wissen und die Kompetenz zur Umsetzung ist mit Moringa by Landmarken vorhanden.

Wir müssen jetzt anfangen zu handeln

Alle Themen der und Erkenntnisse für eine nachhaltigen Stadtgestaltung liegen auf dem Tisch. Hier wird ein Projekt von vorgestern, wie zu befürchten steht, realisiert. Dies wird den Anwohnern und vielen anderen Menschen aus unserer Stadt nicht mehr zu vermitteln sein. Wir als BI sind dazu bereit einen wirklich konstruktiven, transparenten und vor allen Dingen nachhaltigen Prozess mitzugestalten. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts ist hier wegweisend. Unter anderem gibt auch das Urteil zur Einschränkung des Kiesabbaus am Niederrhein vor, wie wir in Zukunft mit unseren Ressourcen umgehen müssen. Solche Wege müssen nicht begangen werden. Wir wollen einfach nur das Beste für das Aachen von morgen und stehen hierfür bereit.

Boxgrün 30/30 gewinnt Preis

Urkunde

Heute hat die Preisverleihung für den von der STAWAG ausgelobten Wettbewerb ‚Stawag macht grün‘ stattgefunden. Der Verein OeViAc e.V. hat einen Jurypreis, welcher, mit 500€ dotiert ist, für das Projekt ‚Boxgrün 30/30‘ erhalten. Ganz großen Dank auch an die vielen Unterstützer:innen beim Voting !!! Wir freuen uns als BI gemeinsam mit dem Verein, dass die Idee den Boxpark in einen urbanen Wald umzuwandeln, hiermit öffentliche Anerkennung gefunden hat. Die AN/AZ berichtet in ihrer heutigen Ausgabe über die Preisverleihung.

Ziel der Bewerbung (Bewerbungstext)

Der Verein Ökologische Vielfalt (OeViAc e.V.) möchte den sog. Boxpark erhalten und zu einem urbanen Wald weiterentwickeln. Der Boxpark ist eine Fläche im Innenblock, die über Jahrzehnte sich selbst überlassen war. Dieser vergessene Ort ist der Ursprung der Biodiversität und sorgt mit seinem hohen Bäumen im Sommer für Abkühlung. Als Anwohner*innen können wir berichten, dass dies ein kleines Paradies für Fauna und Flora ist. Die Biodiversität und auch die Kaltluftfunktion ist durch das Projekt der sog. Luisenhöfe stark gefährdet. Unser Projekt ‚Boxgrün 30/30‘ soll eine Stärkung der innerstädtischen Biodiversität hier im Block zu bewirken. Der Titel „Boxgrün 30/30“ knüpft an das Ziel der UN an, bis 2030 30% des weltweiten Naturraums unter Schutz zu stellen. Mit diesem lokalen Schritt für einen urbanen Wald will der OeViAc e.V. einen Beitrag hierzu leisten. Trotz einer starken Veränderung im Block wollen wir die jetzige Qualität zu erhalten, stärken und in Teilen auch neu entstehen lassen.

Wie soll das Geld verwendet werden (Bewerbungstext)

Zunächst möchte der OeViAc e.V. untersuchen (lassen), wie die aktuell starke Biodiversität in die neue Situation überführt werden kann. Hierzu ist fachliche Unterstützung erforderlich, um Perspektiven für den Boxpark zu entwickeln. Ein Ergebnis kann sein, dass bestimmte Sträucher und Bäume gepflanzt werden sollen. Des Weiteren möchten wir gerne eine angrenzende Rasenfläche zum Teil in eine Bienen- bzw. Blühwiese umzuwandeln. Das Boxgrün könnte zeigen, dass es auch in der Stadt Möglichkeiten gibt, der Natur ihren Raum zu geben und im Einklang mit ihr zu leben. Gerade für die angrenzenden Kindergärten und Grundschulen, aber selbstverständlich auch die Anwohner*innen könnte dies tolles ansprechendes Anschauungsbeispiel werden und zur Nachahmung animieren. Grundsätzlich geht es uns aber darum, zu zeigen, dass ein grüner Stadtumbau möglich ist – ganz konkret und als „Best practice“- Beitrag unter dem Motto: Grünklein ist Klimafein: bewahren statt zahlen am Beispiel des Boxgrüns.

Grünklein ist Klimafein

Wir hoffen nun zusammen mit dem OeViAc e.V. mit dieser Anerkennung einen weiteren Schritt zur Erhaltung und Stärkung des Boxparks tun zu können. Da es aber auch über das Projekt Boxgrün 30/30 hinaus im Innenblock sehr viel Grün gibt – es sollen für das Projekt Luisenhöfe immerhin ca. 35 Bäume gefällt werden – hoffen wir, nein wir regen eindringlich an, dass die bisher bekannte Planung in diesem Sinne nochmals überarbeitet wird. Die frühe Hitzewelle der letzten Tage hat eindeutig gezeigt, wie wichtig diese Grünstrukturen für die Stadt sind. Eine Anpassung an die Klimafolgen wird nicht nur für Aachen immer essentieller. Hierbei spielt bestehendes Grün eine herausragende Rolle, um die Situation nicht noch zu verschlechtern.

Aachener Umwelt Rundbrief

Das Ökologie-Zentrum Aachen e.V. titelt im 89. Umwelt Rundbrief: Luisenhöfe Aachen – zunkunftsorientiert? Es werden hier viele Aspekte angesprochen, die wir als ebenfalls als Initiative in der bisherigen Projektentwicklung bemängeln. Der Fokus des Ökologie-Zentrum liegt selbstverständlich auf den Umweltaspekten des Projektes. Insbesondere der Erhalt bestehender Grünstrukturen wird in diesem Beitrag thematisiert.

Baumfällungen

Neben dem Fokus auf dem Boxpark und dem Anliegen des OeViAc e.V. hier einen urbanen Wald entstehen zu lassen (in den folgenden 8 Tage kann immer noch für Boxgrün 30/30 jeden Tag und von jedem Endgerät abgestimmt werden), wird in diesem Bericht auch noch einmal deutlich herausgearbeitet, dass für die Luisenhöfe rund 35 Bäume gefällt (siehe Plan im Artikel) werden müssen. Dies ist im Zusammenhang mit der immer stärker zunehmenden Aufheizung der Städte der falsche Weg. Ein Konzept zur Kompensation dieser Baumfällungen ist bisher nicht bekannt. Zudem werden die Nachpflanzungen sicher 20-30 Jahre brauchen, um das gleiche Grünvolumen zu entwickeln.

Alles weitere im 89. Aachener Umwelt Rundbrief.

Boxgrün 30/30

Mit dem Verein ökologische Vielfalt (OeViAc e.V.) haben wir den Boxpark für den Spendenwettbewerb ‚STAWAG macht GRÜN‚ angemeldet. Ab jetzt läuft die Abstimmung. Mit dieser möglichen Förderung wollen wir den Boxpark erhalten, stärken und in Teilen auch neu entstehen lassen. Unter dem Motto: Grünklein ist Klimafein: bewahren statt später zahlen soll aus dem Boxpark das Boxgrün werden.

STAWAG macht GRÜN

Unter diesem LINK ist unser Projekt zur Abstimmung mit weiteren Erläuterungen zu finden. Es kann jeden Tag neu – egal, ob vom Computer, Tablet oder Handy – abgestimmt werden. Und dies bis zum 21.06.2022. Die acht Projekte mit den meisten Stimmen ziehen danach ins Finale ein. Danach wird mittels eines Telefonvotings der Gewinner ermittelt. Alle Finalteilnehmer erhalten eine Förderung. Die auf den vorderen Plätzen natürlich umso mehr.

Jetzt geht es aber erst einmal, um den Einzug ins Finale. Bitte unterstützt uns tatkräftig und gebt am besten täglich euer Voting ab.

https://stawagmachtgruen.de/projekte/629690af1a172f0e20a259a2

Update zum Boxpark | Boxgrün

Am letzten Samstag ist der Boxpark nochmals in der AN / AZ thematisiert worden. Boxpark soll zum Vorzeigeprojekt für „urbane Wildnis“ werden, so titelt die AZ / AN. Dies ist genau in unserem Sinne. Die urbane Wildnis hat sich auch schon in anderen Städten etabliert. Warum also nicht auch in Aachen. Zunächst ist, wie die AZ / AN berichtet, die Vorlage der Verwaltung nun im Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss, vertagt worden.

Abstimmung mit den Investoren

Von der Stadt haben wir die Rückmeldung erhalten, dass es zu einer Einigung zwischen OeViAc e.V. und den Investoren kommen soll. Wir sehen hier aber die Stadt in der Pflicht die entsprechenden bindenden Vorgaben im Pachtvertrag zu verankern. Hierfür wird es auch etwas Zeit brauchen, da mittels gutachterlicher Beratung genau solche Randbedingungen definiert werden müssen. Viele Informationen bietet hier bereits Netzwerk BioFrankfurt. Mit den Unterstützern unserer Stellungnahme werden wir gemeinsam eine Strategie hierfür entwickeln.

Unterstützung aus der Anwohnerschaft

Zusammen mit Recht auf Stadt Aachen wollen wir nochmals zum Boxpark > Boxgrün sowie selbstverständlich zu der wahrscheinlich im Sommer anstehenden Bürgerbeteiligung für das gesamte Projekt in der Nachbarschaft informieren und für weitere Unterstützung werben. Zum Sommer wird sich nicht nur die Zukunft des Boxgrüns entscheiden, sondern es werden die Weichen für die Entwicklung des gesamten Quartiers gestellt.

Wir werden Euch / Sie auf dem Laufenden halten!

Boxpark soll verpachtet werden

Am heutigen Dienstag den 05.04.2022 sollte im Liegenschaftsausschuss darüber entschieden werden, ob der Boxpark an die Investoren verpachtet werden soll. Als BI fragen wir uns natürlich, warum haben wir dafür gekämpft, dass der Boxpark nicht bebaut wird und so verwildert bleiben soll, wenn er jetzt an die Investoren verpachtet wird. Irgendwie beschleicht uns hier das Gefühl, dass hier der Bock zum Gärtner gemacht werden soll. Dabei sollen doch in den Luisenhöfen in Zukunft Grünstadtmenschen wohnen und arbeiten (website der Investoren).

Nun wird dieser Tagesordnungspunkt vertagt, um Möglichkeiten zu eröffnen eine nachhaltige Gestaltung des Boxparks in die Wege zu leiten. Die Programmierung des Boxparks soll hierbei Themen wie ein Rückzugsort für die Insekten- und Tierwelt, den Schwammstadtgedanken, Kaltluftspender bei Hitzeereignissen und mehr berücksichtigen. Auch die Aachener Nachrichten berichten in ihrer heutigen Ausgabe hierüber. Alle vorgenannten Themen werden für die Stadt immer wichtiger im Rahmen der Klimafolgenanpassung bzw. Klimaresilienz. Und dies darf sich nicht auf den Boxpark beschränken, sondern muss das Gebiet der ganzen Luisenhöfe und die gesamte Stadt umfassen.

Erwerb des Boxparks

Als Verein Ökologische Vielfalt Aachen (OeViAc e.V.) hatten wir im Januar eine Anfrage zum Erwerb des Boxparks an die Stadt gestellt. Dies ist von der Stadt in einem Antwortschreiben vom 09.02.2022 abgelehnt worden. Ich den Pachtvertrag solle aber aufgenommen werden, dass wir den Boxpark von den Investoren mieten könnten. Es gab aber so gut wie keine Angaben dazu, welche Bedingungen die Investoren zum Erhalt des Boxparks erfüllen müssen. Nun sollte am heutigen Dienstag im nichtöffentlichen Teil der Ausschusssitzung darüber entschieden werden, ob der Boxpark an die Luisenhöfe GmbH verpachtet wird. Zum wiederholten Mal soll über Belange zu den Luisenhöfen im nichtöffentlichem Teil eines Ausschusses entschieden werden, welche von hohem öffentlichen Interesse sind. Deshalb haben wir im Vorfeld folgende Stellungnahme verfasst, welche an die Verwaltung und alle demokratischen Parteien im Rat versendet haben.

Folgende Vereine und Initiativen unterstützen die Stellungnahme

Stellungnahme OeViAc e.V.

Uns beunruhigt die Absicht der Stadt Aachen, die im städtischen Besitz befindliche unbebaute Fläche – den ‚Boxpark‘ – an die Investoren zu verpachten, außerordentlich. Unser Verein zielt auf die Erhaltung der Biodiversität und Erhaltung der Lebensräume von Flora und Fauna ab. Diese Ziele sehen wir für den Boxpark bei der geplanten Vorgehensweise mehr als gefährdet.

Wir sind froh, dass sich auf dem ehemaligen Kaldegelände seit den ersten Planungen durch Einwände der Politik, der Bürger*innen und Anwohnerschaft sehr vieles zum Besseren entwickelt hat. Dies erscheint uns in Zeiten des Klimawandels und der Erfordernis zur Klimaanpassung – insbesondere in der Innenstadt – aber als bei weitem nicht genug. Wir können nicht darauf vertrauen, dass die Investoren (Aixact und Landmarken AG namentlich Luisenhöfe GmbH) das Potential des Boxparks erhalten, noch dieses sogar stärken werden. Wir gehen davon aus, dass die Investoren mit der an sie zu übertragenden Verkehrssicherungspflicht der urbanen Wildnis ein Ende setzen. Zudem ist zu befürchten, dass eine urbane Wildnis für die angrenzende Bebauung aus Sicht der Investoren (als Ausblick der zukünftigen Eigentümer und Mieter) sicher nicht tragbar ist. Es wird Vögeln, Kleintieren und Insekten nicht mehr möglich sein, dort ihren Lebensraum zu finden. Wir gehen vielmehr davon aus, dass die Luisenhöfe GmbH die Gestaltung des Boxparks so ausformen wird, dass die Interessen der Projektentwicklung absolut vorrangig behandelt werden. Zudem steht zu befürchten, dass private Freiflächen in dem dann von den Investoren gepachtetem Boxpark realisiert werden.

Man könnte auch bildlich sagen, dass hier der Bock zum Gärtner gemacht wird.

Zudem ist im Gesamtverfahren bislang nicht erkennbar, dass Entscheidungen auf der Basis
jüngerer, wissenschaftlich fundierter Erkenntnisse im Bereich Klimaschutz und Klimaanpassung gefällt werden und entsprechend gutachterlich begleitet werden. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass mit den anstehenden Planungsentscheidungen wesentliche Gestaltungsmöglichkeiten zum Erhalt der Lebensqualität im Quartier vollständig und grundlos aus der Hand gegeben werden. Bis auf den Erhalt eines Baumes mit Symbolcharakter (Kastanie – Kastanienhof) erscheint die bisherige planerische Begleitung des Bauvorhabens hinsichtlich aller ökologischer Belange äußerst zurückhaltend. Es ist nicht zu verstehen, dass das städtische „Entgegenkommen“ durch die
Entwertung eines wichtigen Miniaturhabitats völlig anforderungsfrei die umfangreiche Versiegelung des Quartiers erst ermöglicht.

Die blaugrüne Infrastruktur wird für die Städte im Klimawandel immer wichtiger. Aachen muss in der Lage sein, sich mittels solcher Grünstrukturen in der Stadt an die Klimafolgen anzupassen und darf nicht dieselben Fehler der Vergangenheit, wie beim Verkauf von Wohnungsbauflächen, begehen. Unsere Stadt muss klimaresilient werden und benötigt genau diese Flächen.

Wir können uns vorstellen, dass auf dem Areal des Boxparks zukünftig ein halbwegs geschützter Raum entsteht, der nicht in erster Linie und prioritär den Anwohnerinnen der Anlage zur Verfügung steht – eine Art Hortus conclusus | Außenanlagen werden im gesamten Planungsgebiet ausreichend zu Verfügung stehen – der nur gequert werden sollte. Die (mittlerweile leider nicht mehr) efeubewachsenen Mauern auf der Südseite des Boxparks sollten erhalten bleiben und können weiterhin den Vögeln als wichtiger Nistplatz zur Verfügung stehen. Der Boxpark – in Zukunft dann ein Boxgrün – kann von Ferne beobachtet und naturpädagogisch betrachtet werden, darf aber nicht für private Belange genutzt werden. Wir hatten auch bereits beim letzten Rückschnitt dem FB23 vorgeschlagen, den Boxpark durch eine Umzäunung (siehe Schwedenpark – geht auch mit Querungsmöglichkeit) zu schützen. Somit wäre auch die Verkehrssicherheit von Passant*innen gegeben. Leider gab es hierauf keine Rückmeldung.

Wir wünschen uns, Anregungen und Vorgaben für den Umgang mit dem Areal einbringen zu dürfen, lehnen es jedoch ab, eine von den Investoren vorgelegte Planungen ohne ausdrückliche Beachtung der vorgenannten Punkte mitzutragen, geschweige denn eine solche Fläche zu pachten und zu pflegen. Hier müssten sehr klare und eindeutige Vorgaben in einem Pachtvertrag festgeschrieben werden.

Wir möchten Sie eindringlich darum bitten, die Verwaltungsvorlage von der Tagesordnung des kommenden Wohnungs- und Liegenschaftsausschusses am 05.04.2022 zu nehmen. Die Funktion des Boxparks als urbaner Wald kann nicht isoliert von der sonstigen Projektentwicklung betrachtetund mit einer vorgezogenen Entscheidung davon abgetrennt werden.

Wie geht es weiter?

Die Aachener Nachrichten | Zeitung berichten über die Luisenhöfe und haben die BI zum weiteren Fortgang des Projekts interviewt. Vertreter der BI haben zu den bisher nicht bekannten Informationen Stellung bezogen. Es haben sich einige Dinge zum Vorteil entwickelt, aber es bleiben auch weiterhin viele Fragen offen.

Stellplätze | Mobilität

Es scheint endlich angekommen zu sein, dass das Projekt der Luisenhöfe mit seiner zentralen Lage die Chance bietet, die innerstädtische Mobilität neu zu denken. Nicht zusätzliche Stellplätze – gleich mehr Autos in der Stadt – helfen bei der Mobilitätswende, sondern neue Mobilitätskonzepte. Die Lage zwischen zwei Bahnhöfen, einer guten Busanbindung sowie die gute Erreichbarkeit der Innenstadt und anderer zentralen Einrichtungen zu Fuß und mit dem Rad legt einen Verzicht auf das Auto absolut nahe. Dies „Wie geht es weiter?“ weiterlesen

Planungsausschuss die Zweite

Am Donnerstag den 10.06 sollte das Projekt im Planungsausschuss behandelt werden. Es ist kurzfristig wieder von der Tagesordnung genommen worden. Anscheinend bestand noch Beratungsbedarf in der Politik. Nun wird das Projekt im nichtöffentlichen Teil der Sitzung des Planungsausschusses am 26.08.2021 behandelt.

Gespräch mit den Investoren

Wir hatten die Investoren um ein Gespräch vor dem Planungsausschuss im Juni gebeten. Dies sollte ein konstruktives und vor allem transparentes Gespräch sein. Auf unsere Anfrage haben wir zunächst keine Antwort erhalten. Mit dreiwöchiger Verspätung kam dann die Antwort, dass man erst nach der nächsten Sitzung des Planungsausschusses (Ende August) mit uns reden möchte. Es sollen also zunächst Tatsachen geschaffen werden, bevor man sich mit der Anwohnerschaft unterhält – also das Gegenteil eines konstruktiven und transparenten Dialogs und somit wieder einmal eine verpasste Chance.

Was wissen wir

Wir sind gefragt worden, an der Wettbewerbsjury zu einem Wettbewerb für den Bunker teilzunehmen. Es soll nun dort auf eine Wohnnutzung – warum auch immer – verzichtet werden und die unteren (unbelichteten) Geschoße für eine Quartiersnutzung geöffnet werden. Eine Büronutzung soll als „Planungsausschuss die Zweite“ weiterlesen

Schwammstadt

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Das Thema Schwammstadt anzusprechen, welches in der Projektentwicklung der Luisenhöfe noch gar keine Rolle spielt, fällt uns in diesen Tagen nicht leicht. Auf der anderen Seite ist aber auch genau jetzt der Zeitpunkt dafür. Bei der Frage wie man die Hochwasserkatastrophe hätte verhindern können, fällt neben vielen Ansätzen immer wieder die Aussage auf, dass wir aufhören müssen unsere Landschaft immer weiter zu versiegeln. Auch wenn die Täler der Ahr, Erft, Kyll etc. in ihren Oberläufen enge Täler sind, die solche Flutkatastrophen befördern – dem Wasser muss Raum zur Ausbreitung und zur Versickerung gegeben werden, um solche fürchterlichen Katastrophen zu verhindern oder zu mindestens abzumildern.

Versiegelungsgrad 50% +

Bei den Luisenhöfen sollen mehr als 50% des Projektgebietes versiegelt werden. Noch findet man einen sehr grünen Innenhof mit einem großen Anteil unversiegelter Fläche vor. Dies soll sich mit der z.Zt. geplanten Bebauung massiv ändern. Angesichts der Flutkatastrophe ist nicht nur in der Landschafts- sondern auch in der Stadtplanung ein massives Umdenken erforderlich. Wasser muss gespeichert werden und versickern können, um zu verhindern, dass es zu massiven Überflutungen kommt. Allen hier im Viertel ist noch die Überflutung des unteren Boxgrabens am 29.04.2018 in Erinnerung. „Schwammstadt“ weiterlesen