Wir sind fassungslos

Die Pläne für Bebauung sind veröffentlicht (links sind hier zu finden). Geändert hat sich kaum etwas, außer dass alles ein wenig höher geworden ist. Im Januar oder ggf. schon vor Weihnachten beginnt die Offenlage und die Bürgerbeteiligung. Die Beschlüsse zum Beginn des Verfahrens werden bereits in der nächsten Woche erfolgen (06.12 Umweltausschuss / 07.12 Bezirksvertretung Mitte – nur hier darf man das Wort ergreifen / 08.12 Planungsausschuss) gefasst.

Bauen in Zeiten der Klima- und Ressourcenkrise

Angesichts der dieser Krisen ist es uns unverständlich, dass hier ein Projekt – man muss sagen – durchgezogen wird, was unter ganz anderen Vorzeichen entwickelt worden ist. Die Entwickler*innen dieses Projektes haben dies immer noch imer nicht erkannt und wollen – ein Weiter so.

Dass Investoren sich hier nicht neu positionieren und alleinig Greenwashing betreiben (ein Quartier für Grünstadtmenschen) ist ja nicht weiter verwunderlich. Stadt und Politik muss aber ihre / seine Bürger schützen und die Stadt auf zukünftige Auswirkungen des Klimawandels ausrichten. Alte Zusagen der vorangegangenen Koalitionen im Stadtrat – und hierauf wird sich berufen – können vor diesem Hintergrund keine Gültigkeit mehr besitzen. Auch wenn wir uns wiederholen, hier noch einmal die konkreten Themen, welche unbedingt in der Planung beachtet werden müssen.

  • Es sollen 47 Bäume für dieses Vorhaben gefällt werden > die Stadt wird immer heißer und wir leisten uns es wirklich so viele innerstädtische Bäume zu vernichten.
  • Die neue Baumasse und die Fällung der Bäume werden eine Verschlechterung für die Gesundheit der Anwohner bedeuten > Hitzeereignisse, Feinstaub und mentale Gesundheit.
  • Es sind keinerlei Maßnahmen zur Abpufferung von Starkregenereignissen vorgesehen > das Prinzip der Schwammstadt scheint ein Fremdwort zu sein.
  • Neue Stellplätze kreieren neue Verkehrsströme > Die Chance für ein wirklich autofreies Quartier wird komplett vertan.
  • Das Bauen und Betreiben von Gebäuden ist für ca. 38% der C02 Emissionen verantwortlich > Diese entstehen bei Neubauten zu 50% bei der Herstellung der Materialien.
  • Das Bauen von Gebäuden nimmt ca. 50% des Ressourcenverbrauchs ein > Es gibt keine Aussage zu einer nachhaltigen Bauweise
  • Das Bauen ist für 53% der Abfallströme verantwortlich > Ein sinnvoller Umgang mit Bestand (Kalde-Gelände) steht nicht mehr zur Debatte.
  • Mit einem Anteil von 30% (aktuell sogar 36%) sozialem Wohnungsbau wird am Bedarf vorbeigebaut > Dieser Anteil hilft nicht denen, die wirklich eine Wohnung brauchen.
  • Den Grundrissen nach zu urteilen wird ein großer Anteil der freifinanzierten Wohnungen für die sog. silberne Genration – betreutes Wohnen – gebaut. Es könnten aber Mikroapartments sein. > Beide Wohnformen sind höchst lukrativ zu verkaufen und bilden in diesem Verhältnis nicht den Bedarf ab.

Aussagen aus der Vorlage der Verwaltung

Die Beschlussvorlage der Verwaltung macht keine Aussagen Klimaschutz im Allgemeinen. Die globalen CO2 Emissionen werden nicht ermittelt. Ebenso wird nicht quantifiziert, welche Auswirkungen das Vorhaben auf die Klimafolgen (lokale Auswirkungen) hat. Siehe Titelbild.

Des Weiteren wird nicht ermittelt, ob durch das Vorhaben C02 Emissionen eingespart, erhöht oder kompensiert werden.

Für uns sind dies Mindestaussagen, welche im Rahmen eines solchen Projektes getroffen werden müssen. Daneben müssen aber auch Untersuchungen zur Biodiversität (Boxgrün sowie Fällung der Bäume), Kaltluftentstehung und -ströme, Auswirkungen des erhöhten Autoverkehrs…durchgeführt werden. Auch hierzu gibt es im sogenannten Klimacheck der Stadt Aachen keine Festlegungen (Anlage 9 S.12/13). Grundsätzlich betrachtet aber Klimacheck nur die neue Maßnahme und nicht die Qualitäten, die verloren gehen.

Auszug aus dem Klimacheck

Gutachten

In einem sog. vorhabenbezogenen Bebauungsplan ist nur ein Umweltbericht anstatt Umweltverträglichkeitsprüfung gefordert. Bei einem Umweltbericht können der Untersuchungsumfang und -tiefe von der Kommune beeinflusst werden. Wie sich die Stadt hier positioniert hat, ist uns nicht bekannt, da der Umweltbericht bisher nicht vorliegt. Angesichts der fehlenden Aussagen in den Vorlagen der Verwaltung gehen wir davon aus, dass die vorgenannten Gutachten, welche auch im Rahmen eines Umweltberichts erarbeitet werden, nicht erstellt worden sind.

Wir fordern die umgehende Offenlage aller Unterlagen, damit die Möglichkeit besteht entsprechenden Sachverstand hinzuzuziehen. Die entsprechenden Gutachten sind unabhängig zu erstellen. Eine Abwägung durch die Fachämter halten wir nicht für ausreichend. Transparenz im Prozess war bisher nicht ausreichend vorhanden. Dies muss sich jetzt unbedingt ändern.

Die gesamte Entwicklung des Projekts hinterlässt uns völlig rat- und fassungslos.

Die große Chance für ein wirklich nachhaltiges Quartier wird komplett aus der Hand gegeben. So erreichen wir die für Aachen beschlossenen Ziele des Klimanotstands und des Klimaentscheids defintiv nicht.

Es ist heiß und ist trocken

Wir haben schon viel für die Qualifizierung des Projekts Luisenhöfe erreicht. Der Boxpark wird nicht bebaut und kann zum Boxgrün (urbaner Wald) werden. Hier sind wir gerade in Gesprächen mit Stadt und Investoren. Das Parkhaus wird nicht erweitert und es werden auch auf unseren Druck hin weniger Stellplätze realisiert, als die Stellplatzsatzung eigentlich vorschreibt. Dass überhaupt ein Wettbewerb stattgefunden hat und nicht eine kostengünstige, städtebaulich und architektonisch höchst fragwürdige Projektentwicklung stattgefunden hat, können wir auch als Erfolg verbuchen.

Aber das alles reicht dennoch nicht aus !!!

Es ist heiß, es ist trocken, die Energie wird knapp, die Flüsse und Seen haben immer weniger Wasser, Ressourcen werden auch immer weniger verfügbar sein, es gibt eine Übersterblichkeit auf Grund der anhaltenden Hitze … und bei aktuell startenden Planungs- und Bauvorhaben werden diese Aspekte vollkommen unzureichend in die Planung aufgenommen. Wollen wir dies angesichts der dramatischen Entwicklung unserer Umwelt? Immerhin werden mit Bebauungsplänen die Grundlagen für die Quartiersentwicklung gelegt und dies sicher für mindestens die nächsten 50 Jahre.

Bürgerbeteiligung Luisenhöfe

Im Spätsommer/Frühherbst – so die bisherigen Informationen – soll es zur Offenlage des Bebauungsplans und damit auch die Bürgerbeteiligung kommen. In der Regel befinden sich die B-Pläne samt zugehöriger Dokumente 4 Wochen in der Offenlage. In diesem Zusammenhang können nochmals Eingaben gemacht werden. Welche Dokumente und Gutachten veröffentlicht werden, ist nicht bekannt. Ob die übliche Frist von einem Monat reicht, um fundierte Eingaben zu machen bezweifeln wir als BI grundsätzlich. Gutachten müssen von Fachleuten bewertet und hierzu Stellungnahmen verfasst werden. Auch das Planwerk und der zugehörigere städtebauliche Vertrag müssen intensiv geprüft werden.

Versprechungen der Investoren

Die Investoren wollen ein Viertel für Grünstadtmenschen kreieren. ‚Schöner Wohnen ohne Flächenfraß‘ ist ein Schlagwort von der Website der Investoren – aber zunächst einmal wird ein großer Teil der Fläche mit einer Tiefgarage versiegelt. Die Luisenhöfe werden autofrei – aber nur im Blockinneren. Die Autos, die 23 von 24 Stunden rumstehen, werden einfach unter die Erde verbannt. Ein Konzept, dass bei dieser Innenstadtlage nur mit den nötigsten Stellplätzen (Barrierefreiheit und Kurzzeitparken) auskommt – große Fehlanzeige. Vielleicht kann man die Tiefgarage ja angesichts der anhaltenden Trockenheit später zu einer Zisterne umwandeln. Dies wäre dann aber eine sehr teure Zisterne.

Wir haben uns einmal die Mühe gemacht die Schlagworte und Phrasen, welche die Investoren auf ihrer Website gepostet haben, zusammenzufassen:

„LUISENHÖFE AACHEN – Wohnen & Arbeiten für ‚Grünstadtmenschen‘.“

„Innerstädtisches Wohnen mitten im Grünen – ein modernes Quartier für Wohnen und Arbeiten. Alles im Einklang mit dem bestehenden Viertel und seinen Anlieger*innen. Dazu maximale Mobilität bei weniger Autoverkehr.“ [Warum gibt es uns als Initiative überhaupt]

Klimafreundlich Wohnraum schaffen“

Die Luisenhöfe werden autofrei. Das sorgt für Aufenthaltsqualität, gute Luft und sicheren Spielraum für alle Anlieger und Bewohner des Viertels.

„Die Luisenhöfe bieten den Nutzer*innen und Anwohner*innen Flexibilität und Mobilität.“

Durchdachte Mobilitätskonzepte, genügend Parkplätze durch „Parksharing“ und E-Lade-Stationen sparen Zeit und machen jeden flott. Dazu eine Car- und Bikesharing-Station und sichere, überdachte Fahrradstellplätze. Wie wäre es mit einem Bike-Repair-Café?“

„Schöner Wohnen ohne Flächenfraß. Der Versiegelung entgegenwirken und trotzdem Wohnraum für alle schaffen: Das leisten die Luisenhöfe durch die Umwandlung eines alten Firmengeländes.“

„Grün bleibt Grün, im annähernd gleichen Umfang wie vorher.“

„Grünflächen überall gut für Bienen und andere Bestäuber. Reguliert das lokale Klima. Mensch und Natur können aufatmen, Regenwasser versickern. “

„Im Schutz der Bäume alter Baumbestand und Neupflanzungen bieten Schatten, Ruhe und Biodiversität. Sie funktionieren wie eine „grüne Klimaanlage“ und bilden einen natürlichen Luftfilter.“

„Die Hochgarage als Mobilitäts-Hub Das Parkhaus des Luisenhospitals wird ökologisch sinnvoll erweitert und trägt durch seine Multifunktionalität maßgeblich zur Nachhaltigkeit des Quartiers bei. Die Hochgarage ermöglicht durch ihre Wechselnutzung eine Reduzierung des notwendigen Parkraums. Mehr Platz für Mensch und Natur!“

„Nachhaltigkeit. Der Neubau soll sich an die Baukörper der Umgebung anpassen. Die Kultur muss stimmen. Es muss gesichert sein, dass Klima und Umwelt nachhaltig geschützt werden können, gleichzeitig aber auch für die Bewohner nutzbar und erlebbar wird.“

Schöne Investorenwelt

Wenn all das wirklich ernst gemeint ist, können als BI unsere Aktivitäten einstellen. Es ist aber, so denken wir, dass hier eine mehr als gesunde Skepsis angesagt ist. Mittels der Website wird suggeriert, dass all diese Themen von den Investoren beachtet und in die Planung aufgenommen werden. Hiervon ist aber bisher nicht viel zu sehen. Wir signalisieren kontinuierlich Investoren und Politik, dass wir mit kritischer Nachfrage und Sachverstand das Projekt zukunftsfähig machen wollen. Allein schon die Absenkung des Grundwassers für die Baugruben  wird dem Boxpark gerade in solchen Hitzeperioden ungemein zusetzen. Ganz abgesehen davon, dass die Fällung der mehr als 35 Bestandsbäumen, welche in großen Teilen bereits zu stattlichen Exemplaren herangewachsen sind, nicht mehr in unsere Zeit passt.

Von Seiten der Politik wird gesagt, dass man sich an Zusagen gegenüber den Investoren, welche mittlerweile mehrere Jahre alt sind, halten müsse. Die Zeichen der Zeit haben sich aber so massiv verändert, dass ein Weiter so nicht mehr möglich ist.

Klimaneutrale und kreislaufgerechte Stadt

Die Stadt hat ambitionierte Klimaschutzziele. Bis 2030 wollen wir in Aachen klimaneutral sein. Gleichzeitig sagt man aber, dass man bei einem Projekt, dass so weit gediehen ist, nicht mehr eingreifen kann. Wir sind im B-Plan Verfahren. Hier hat man noch einen sehr weitgehenden Gestaltungsspielraum. Wir müssen jetzt in die Umsetzung der Ziele kommen und dürfen die Ambitionen nicht in zukünftige Projekte verschieben.

Aachen hat die circular cities declaration unterschrieben. Mit dem Abriss des Kaldegeländes lässt man hier wieder ein Weiter so zu. C2C (Cradle to Cradle) Aachen hat hierzu untersucht, welche Ressourcen und gebundenes CO2 im Bestand vorhanden ist. Eine solche Erhebung muss Grundlage einer Planung werden. Sicher sind der Stadt formal die Hände gebunden, aber wenn man eine kreislaufgerechte Stadt werden möchte – und im Bauen finden die grössten Kreislufströme statt – dann gehört dazu, auf die Investoren einzuwirken ihren Beitrag zur Ressourcenschonung zu leisten. Die Stadt gibt die Rahmenbedingungen für einen von den Investoren erstellten vorhabenbezogenen Bebauungsplan vor. Der umfängliche Ressourcenschutz sollte eine solche Vorgabe sein.

Verantwortung der Investoren

Die Investoren als Teil der Stadtgesellschaft sind ebenso für die Zukunft unserer Stadt verantwortlich. Sie müssen ihren Anteil daran leisten, an einer Stadt mitzubauen, in der auch noch unsere Kinder und Enkel (siehe z.B. Übersterblichkeit durch Hitze und Aufheizung unserer Städte) gut leben können. Nicht nur Politik alleine gestaltet die Stadt von morgen, sondern die Investoren können mit ihren Mitteln ebenso ihren Beitrag leisten. Große Renditen waren gestern – heute geht es darum, wie wir eine Stadt gestalten in der wir auch noch in Zukunft gut leben können. Es würde auch dem Image der Investoren gut anstehen, wenn hier wirkliche Anstrengungen gemacht würden. Das Wissen und die Kompetenz zur Umsetzung ist mit Moringa by Landmarken vorhanden.

Wir müssen jetzt anfangen zu handeln

Alle Themen der und Erkenntnisse für eine nachhaltigen Stadtgestaltung liegen auf dem Tisch. Hier wird ein Projekt von vorgestern, wie zu befürchten steht, realisiert. Dies wird den Anwohnern und vielen anderen Menschen aus unserer Stadt nicht mehr zu vermitteln sein. Wir als BI sind dazu bereit einen wirklich konstruktiven, transparenten und vor allen Dingen nachhaltigen Prozess mitzugestalten. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts ist hier wegweisend. Unter anderem gibt auch das Urteil zur Einschränkung des Kiesabbaus am Niederrhein vor, wie wir in Zukunft mit unseren Ressourcen umgehen müssen. Solche Wege müssen nicht begangen werden. Wir wollen einfach nur das Beste für das Aachen von morgen und stehen hierfür bereit.

Umbau Bunker

Die Aufstockung und der Umbau des Bunkers soll am 02.06.2022 im Planungsausschuss behandelt werden. Im Vorfeld hat zu diesem Projekt ein eingeladener Wettbewerb mit fünf Teilnehmern stattgefunden. Die BI war nur mit einem Vertreter ohne Stimmrecht in der Jury beratend vertreten. Grundsätzlich begrüßt die BI selbstverständlich die Ambitionen der Investoren an dieser Stelle hochwertige Architektur entstehen zu lassen, aber fragt sich gleichzeitig, warum hier Büroflächen des höheren Segments gebaut werden sollen.

Büroflächen – wofür in der heutigen Zeit?

Zusätzliche Büroflächen werden nicht mehr gebraucht. Im Zuge der Pandemie und dem damit zusammenhängenden Homeoffice stehen viele Büroflächen leer. Unternehmen struktrieren sich um, um Flächen ab zu stoßen. Es werden reihenweise shared office Konzepte entwickelt. Leerstehende Bürogebäude sollen zu Wohnungen umgebaut werden. Warum also neue Büroflächen bauen, wenn diese in großen Mengen vorhanden sind. Dies hat nichts mit eine nachhaltigen Planung und einem sorgfältigen Umgang mit Ressourcen auch im Sinne von bestehenden Bürogebäuden zu tun. Anscheinend handelt es ich ein Renommee Projekt für die eng mit der Landmarken AG verbundene Stadtmarken GmbH. Suffizienz ist hier der Ansatz – die Frage danach ist eine solche Nutzung an dieser Stelle überhaupt erforderlich. Können wir solche Projekte unserer Umwelt überhaupt noch zumuten?

Einhaltung der Traufhöhen

Von Politik und Verwaltung ist zugesagt worden, dass die angrenzenden Traufhöhen (Regenrinnen) eingehalten werden sollen. Dies wird mit den vorliegenden Entwürfen und auch dem Siegerentwurf nicht nur nicht eingehalten, sondern deutlich überschritten. Der Kommentar unseres Mitglieds der BI und beratenden Teilnehmers an der Jurysitzung zu den Traufhöhen ist im Juryprotokoll nicht zu finden. Wir fragen uns nun schon, wie bei dem Rest der Projektentwicklung verfahren wird.

Behandlung des Projekts im Rahmen des B-Plans

Zudem stellt sich die Frage, warum hier nun ein Projekt vorgezogen werden soll, wenn die Rahmenbedingungen für den in Aufstellung befindlichen Bebauungsplan noch gar nicht bekannt oder gar festgelegt sind. Die Umgestaltung des Bunkers soll Einfluss auf die Entwicklung des gesamten Quartiers nehmen. Damit erscheint es uns mehr als logisch, dass diese ‚Einzelmaßnahme‘ im Gesamtkontext der Quartiersentwicklung betrachtet und entwickelt wird.

Quartiersnutzungen

In den unteren Etagen des Bunkers sollen Quartiersnutzungen untergebracht werden. Zunächst einmal erfreulich. Mit den Anwohner:innen und auch nicht mit uns als BI sind diese Ideen vorab nicht besprochen worden. Die Investoren behaupten, dass die gesamte Entwicklung des Quartiers im Einklang mit der Anwohnerschaft (siehe website der Investoren) erfolgt. Hiervon möchten wir uns ausdrücklich distanzieren. Auch sonst wird auf der website der Investoren viel von einem Miteinander berichtet. Um in einen Dialog zu kommen, muss man miteinander reden. Alle Gespräche mit den Investoren sind bisher nur auf unsere ausdrückliche Nachfrage entstanden. Wie eine Quartiersnutzung des Bunkers mit Leben gefüllt werden soll – hier gibt es bisher nur Fragezeichen.

Fahrradparkhaus

Die unteren Etagen des Bunkers sollen als Fahrradparkhaus genutzt werden. Tolle Idee, aber auch diese Idee stammt nicht von den Investoren, sondern ist von der BI über die Politik beigesteuert worden. Auch dies werden die Investoren mit ihrem Wahlspruch – Wohnen und Arbeiten für ‚Grünstadtmenschen‘ (siehe Projektwebsite) – sicher zu vermarkten wissen.

Energie- und Kulturbunker

In Hamburg wird gerade eine ganz andere und zukunftsträchtigere Nachnutzung für einen Bunker initiiert. Dort hat sich die Initiative KEBAP (KulturEnergieBunkerAltonaProjekt e.V.) gegründet. Hier wird ein ehemaliger Hochbunker, wie der in der Südstrasse, aus Viertel heraus, zu einem Energie- und Kulturprojekt entwickelt. Die energetischen Konzepte sind sehr interessent und gerade ist das Konzept zur Wärmeversorgung des Quartiers abgeschlossen worden. Nun geht es in die Umsetzung. Ob ein Energiekonzept wie KEBAP zum Einsatz käme, der Bunker Südstrasse als großer Pufferspeicher für Fernwärme oder als großer Eisspeicher für saisonale Energiespeicherung genutzt werden würde – der Bunker könnte eine große Rolle bei der kommunalen Wärmewärmewende spielen.

Prüfung der Klimarelevanz

Interessant sind auch die Angaben in der Vorlage der Verwaltung zur Klimarelevanz des Projektes. Hier werden alle Fragen mit – nicht eindeutig – beantwortet. Ebenso gibt keine Aussagen zu den CO2 Emissionen, die durch das Projekt emittiert werden. Auf kommunaler Ebene wird sehr viel über das Zurückfahren von CO2 Emissionen und die Klimafolgenanpassung gesprochen. Deshalb kann es nicht sein, dass solche Projekte vor einer weiteren Planung und Umsetzung nicht bilanziert werden. Wir können nicht weiter im Blindflug unterwegs sein. Erst genehmigen und dann hoffen, dass durch den Investor noch ein paar klimaschonende Maßnahmen umgesetzt werden, funktioniert nicht mehr.

Durch die Auslobung des Wettbewerbs wurde ein auch unter ökologischen Aspekten hochwertiger Entwurf erreicht, und es konnten Anforderungen zum Klimaschutz und zur Klimafolgenanpassung eingebracht werden, wie beispielsweise Gründächer, Photovoltaik oder Fassadenbegrünung. Gebäude- und  planungsbezogene Beiträge zum Klimaschutz und zur Klimafolgenanpassung können umfassend im vorhabenbezogenen Bebauungsplan und im städtebaulichen Vertrag festgesetzt bzw. vereinbart werden.

https://ratsinfo.aachen.de/bi/vo020.asp

Klimaneutralität und Ressourcenschonung

Warum ist hier von können die Rede. Die benannten Maßnahmen sind eigentlich ein Mindestmaß für einen Neubau. Von einer nachhaltigen Bauweise ist in keinster Weise die Rede. Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimafolgenanpassung müssen im Bebauungsplan und im städtebaulichen Vertrag festgelegt werden. Das Prinzip Selbstverpflichtung für die Investoren wird nicht mehr funktionieren.

Die Stadt Aachen hat am 19 Juni 2019 den Klimanotstand erklärt, am 21 Oktober 2021 die circular cities declaration unterschrieben, ist Mitglied im C2C Regionen Netzwerk geworden, hat am 30 März 2022 den Klimaentscheid angenommen… und diese Aufzählung ist noch nicht abschließend. Der Klimaentscheid fordert einen konkreten Plan zur Klimawende – den Klimastadtplan. Hier müssen alle laufenden Verfahren einbezogen werden. Anders ist das Ziel der Stadt Aachen bis 2030 klimaneutral zu sein, sicher nicht mehr zu schaffen.

Wie geht es weiter?

Die Aachener Nachrichten | Zeitung berichten über die Luisenhöfe und haben die BI zum weiteren Fortgang des Projekts interviewt. Vertreter der BI haben zu den bisher nicht bekannten Informationen Stellung bezogen. Es haben sich einige Dinge zum Vorteil entwickelt, aber es bleiben auch weiterhin viele Fragen offen.

Stellplätze | Mobilität

Es scheint endlich angekommen zu sein, dass das Projekt der Luisenhöfe mit seiner zentralen Lage die Chance bietet, die innerstädtische Mobilität neu zu denken. Nicht zusätzliche Stellplätze – gleich mehr Autos in der Stadt – helfen bei der Mobilitätswende, sondern neue Mobilitätskonzepte. Die Lage zwischen zwei Bahnhöfen, einer guten Busanbindung sowie die gute Erreichbarkeit der Innenstadt und anderer zentralen Einrichtungen zu Fuß und mit dem Rad legt einen Verzicht auf das Auto absolut nahe. Dies „Wie geht es weiter?“ weiterlesen

Planungsausschuss die Zweite

Am Donnerstag den 10.06 sollte das Projekt im Planungsausschuss behandelt werden. Es ist kurzfristig wieder von der Tagesordnung genommen worden. Anscheinend bestand noch Beratungsbedarf in der Politik. Nun wird das Projekt im nichtöffentlichen Teil der Sitzung des Planungsausschusses am 26.08.2021 behandelt.

Gespräch mit den Investoren

Wir hatten die Investoren um ein Gespräch vor dem Planungsausschuss im Juni gebeten. Dies sollte ein konstruktives und vor allem transparentes Gespräch sein. Auf unsere Anfrage haben wir zunächst keine Antwort erhalten. Mit dreiwöchiger Verspätung kam dann die Antwort, dass man erst nach der nächsten Sitzung des Planungsausschusses (Ende August) mit uns reden möchte. Es sollen also zunächst Tatsachen geschaffen werden, bevor man sich mit der Anwohnerschaft unterhält – also das Gegenteil eines konstruktiven und transparenten Dialogs und somit wieder einmal eine verpasste Chance.

Was wissen wir

Wir sind gefragt worden, an der Wettbewerbsjury zu einem Wettbewerb für den Bunker teilzunehmen. Es soll nun dort auf eine Wohnnutzung – warum auch immer – verzichtet werden und die unteren (unbelichteten) Geschoße für eine Quartiersnutzung geöffnet werden. Eine Büronutzung soll als „Planungsausschuss die Zweite“ weiterlesen

Lärmaktionsplan Stadt Aachen

Bisher haben wir uns als Initiative nicht zum Thema Lärmbelastungen in der Stadt, insbesondere hier im Block, geäußert. Wir leben in einer dichtbesiedelten Stadt und hier sind Lärmimmisionen unvermeidlich. Dennoch grenzt das Planungsgebiet an eine der meist befahrenen Straßen Aachens und bringt dementsprechend ehebliche Lärmbelastungen vor allem für die Anwohner des Boxgrabens mit sich.

Laute Vorderseite – ruhige Rückseite

Diese Lärmbelastungen konnten bisher immer durch den ruhigen Innenblock kompensiert werden. Dies hat sehr viel mit den Abständen zu der „Lärmaktionsplan Stadt Aachen“ weiterlesen

Forschungsstudie zu den Luisenhöfen

Im Rahmen des RWTH UROP-Forschungsprogramms ist eine Studie zur Partizipation der Anwohner bei dem Projekt Luisenhöfen erstellt worden. Die Studie analysiert sehr scharf den Prozeß der Bürgerbeteiligung. Die Studie greift die grosse Diskussion um den Mangel an Wohnraum auf und stellt dieser Diskussion

die Thematik eines nachhaltigen Stadtlebens in Zeiten des Klimawandels und großer Transformationen

gegenüber. Anhand des Beteiligungsverfahrens bei den Luisenhöfen wird aufgezeigt, welche Chancen und Probleme bei partizipativen Verfahren entstehen können. Deutlich ist herausgearbeitet worden, dass im bisherigen Prozess viele Möglichkeiten vertan worden sind.

Bürgerbeteiligung bei den Luisenhöfen Aachen: Eine Perspektive der resilienten Stadtplanung und -entwicklung

 

Anwohnerinfo – Wohnen ist mehr als ein Investment!

Anwohnerinformation

Am 14.09.2019 hat unsere Anwohnerinfo im Durchgang zum Spielplatz in der Südstrasse stattgefunden. Zwischen 50-70 Anwohner*innen sind vorbeigekommen und haben sich im Lauf des Nachmittags über den Stand der Dinge informiert.

Es haben viele anregende Gespräche stattgefunden. Außerdem haben Führungen rund um das Projektgebiet stattgefunden.

Sehr häufig ist gefragt worden, was man denn unternehmen kann, um noch Einfluss auf den Prozess zu nehmen. Wir haben hierzu erläutert, dass z.Zt. die Vorbereitung zur formalen Bürgerbeteiligung laufen. Diese war ursprünglich für den September geplant. Im weiteren Prozess wird sich zeigen, wie ernsthaft die zahlreichen Eingaben und die zentrale Eingabe samt 520 Unterschriften aus der vorgezogenen Bürgerbeteiligung in die Planungen aufgenommen worden ist. „Anwohnerinfo – Wohnen ist mehr als ein Investment!“ weiterlesen

Flächennutzungsplan

Flächennutzungsplan

Mit der Offenlegung des Entwurfs des Flächennutzungsplans (FNP) wird deutlich, was sich durch das Bebauungsprojekt Luisenhöfe schon lange angedeutet hat. Die über 5 Jahrzehnte von der Stadt Aachen präferierte Grünfläche in unserem Blockinneren ist verschwunden. Im Zuge des Klimawandels ist es mehr denn je erforderlich genau solche Flächen zu erhalten besser gesagt zu stärken.

Eingaben

Aus diesem Grund ist wichtig, dass im z.Zt. stattfindenden Beteiligungsverfahren durch die Bürger Eingaben gemacht werden. Allein die Tatsache, dass der über Jahrzehnte bekräftigte Wille der Stadt aus dem Blockinnenbereich eine Grünfläche zu machen, einfach durch das Projekt der Investoren vom Tisch gewischt worden, ist schon höchst verwunderlich. Aber die Folgen – gerade im Lichte der Erklärung des Klimanotstandes – für das Stadtklima durch das Projekt Luisenhöfe sind überhaupt nicht abschätzbar. Eingaben können noch bis zum 12.07.2019 hier gemacht werden.

Vergröberung der Nutzflächen

Im FNP ist festgelegt worden, dass eine `Entfeinerung` der Nutzflächen vorgenommen werden soll. Dies bedeutet, dass nur zusammenhängende Flächen über 5.000 m² im FNP ausgewiesen werden. Das Projektgebiet der Luisenhöfe selbst ist aber mehr als 12.000 m² groß. In den Untersuchungen und Beratungen zum FNP ist es überhaupt nicht betrachtet worden. Für den gesamten Block ist ohne vertiefende Untersuchungen die Flächenart ‚gemischte Baufläche‘ festgelegt worden. Der bisher als Grünfläche vorgesehene Bereich mit ca. 5.000 m² ist, wie erwähnt, einfach verschwunden.

Geschützter Blockinnenbereich

Noch im Entwurf zum FNP 2014 ist das Symbol geschützter Blockinnenbereich und die ausgewiesene Grünfläche zu finden. Auch das Symbol für den Blockinnenbereich ist nun verschwunden und der Flächenausweisung ‚gemischte Baufläche‘ untergeordnet worden. Unserer Kenntnis nach ist mit dem Symbol u.a. ausgewiesen worden, dass eine Bebauung in diesem Bereich nicht mehr als zwei Geschosse haben darf.

Baumfällungen

Anstatt über 30 geschützte Bäume zu fällen, sollte die vorhandene Wirkung für das Stadtklima potenziert werden. Ein Baum von 30 Jahren besitzt ca. 2000fach größere klimaaktive Oberfläche als eine Neupflanzung von einem 5-jährigen Baum. Es müssen also 25 Jahre vergehen, um wieder das gleiche CO² Aufnahmepotential durch eine Neupflanzung zu erreichen. „Flächennutzungsplan“ weiterlesen

Eingaben Bebauungsplan veröffentlicht

Über den Blog sind alle uns zugesendeten Eingaben zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan jetzt einsehbar. Wir hatten dazu aufgerufen die Eingaben, die jeder Einzelne gemacht hat ebenso zu veröffentlichen. Was mit der Unterschriftensammlung und der Onlinepetition gefordert wird, wird durch die einzelnen Eingaben nochmals konkretisiert. Nun kommt es darauf, wie diese Eingaben in die weitere Planung einfließen.

Bürgerwerkstätten

Als Initiative haben wir die Eingabe gemacht, dass im weiteren Planungsprozess ein Partizipationsverfahren mit direkter Beteiligung der Anwohner erfolgen muss. Ob die Stadt Aachen die 483 eingereichten Unterschriften und die gemachten Eingaben in Bezug auf eine wirklichen Bürgerbeteiligung ignorieren kann – dies wird sich herausstellen. Als Basis für ein solches Verfahren sollten die Bürgerwerkstätten in Anlehnung an das durch die Stadt Köln durchgeführte Verfahren für das Heliosgelände dienen.

Flächennutzungsplan

Seit 1980 ist es erklärter Wille der Stadt Aachen (2014 ist dies nochmals bekräftigt worden) aus dem Boxpark und dem Garten hinter dem Kalde Gelände eine Grünfläche zu machen. Jetzt ist diese Grünfläche im Flächennutzungsplan einfach verschwunden. Selbst vom Boxpark ist nichts mehr zu sehen. Hinzu kommt, dass es Überlegungen gibt den Boxpark (städtischer Besitz) zu verkaufen. Dies zeichnet u.a. ein Bild, wie mit einer unserer zentralen Forderung – der Erhaltung und Stärkung des Boxparks sowie dem Erhalt von möglichst vieler Bäume und Grünstrukturen – Gehör geschenkt wird.