# 007 | Alternatives Mobilitätskonzept

Die Stadt Aachen hat wie viele andere Städte mit der Luftreinhaltung zu kämpfen. Hierzu gibt es mehrere Ansätze, um die Qualität der Luft wiederherzustellen. Ein alternatives Mobilitätskonzept ist sicher ein ganz entscheidender Faktor in Bezug auf die Luftreinhaltung.

Green City Plan

Aktuell ist der sog. Green City Plan vorgestellt worden. Der Fokus liegt auf einem Umbau der Verkehrssysteme bzw. -infrastruktur, da hier Fördermittel z.T. von der Automobilindustrie bereitgestellt werden. Viele der dort vorgestellten Maßnahmen werden sicher zu einer besseren und zukunftsorientierten Stadtumwelt beitragen. Die hiermit beabsichtigte Reduzierung des Verkehrs kann aber nur mit einem Fokus auf den ÖPNV gelingen und muss noch mit weiteren Maßnahmen flankiert werden. Aus unserer Sicht gehört hierzu die Reduzierung, und wenn möglich die Vermeidung, von weiterem Individualverkehr bei innerstädtischen Neubaumaßnahmen.

Neue Stellplatzverordnung

Konkret geht es hier um die Erweiterung des Parkhauses des Luisenhospitals. Wir haben bereits mit den Investoren über ein alternatives Mobilitätskonzept diskutiert. Die damals noch hypothetische Diskussion – es müssen bei jeder Bebauung Regularien der Stellplatzverordnung eingehalten werden – hat durch die Vorstellung des Konzepts einer neuen Stellplatzverordnung für die Stadt Aachen eine reale Basis erhalten. Im Zusammenhang mit der Vorstellung des Konzepts, wurden selbst Investoren zitiert, die den Leerstand bereits gebauter Tiefgaragenplätze beklagen.

Raum Auto versus Fahrrad - alternatives Mobilitätskonzept

Beste Voraussetzung durch zentrale Lage

Der Block Boxgraben | Mariabrunnstraße | Reumontstraße | Südstraße besitzt eine sehr gute Anbindung an den ÖPNV, hat zwei Bahnhöfe in direkter Nähe, es sind mehrere Cambio Stationen in der Nähe, sicher werden auch bald Stationen von Velocity erstellt, die Innenstadt und die Uni ist mit dem Fahrrad sowie zu Fuß innerhalb kürzester Zeit erreichbar. Es darf also deshalb die Frage gestellt werden, warum bei einer solchen Lage nicht der Versuch gestartet werden kann, auf das Auto aktiv zu verzichten. Ein Beitrag zu einer Green City könnte also eine maßvolle Erhöhung des Wohnungsbestandes ohne Erhöhung der Verkehrsbelastung sein. Dies könnte ein an sich simpler Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität in unserer Stadt sein.

Reboundeffekt

Auch wenn die Verbesserung der Technik im Individualverkehr zu einer Minderung von Emissionen pro PKW führt, steht dem eigentlich immer ein mehr an Verkehr gegenüber. In der Summe erfolgt so keine Verbesserung. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch gerade die Diskussion in den Medien um den kostenlosen ÖPNV sowie das jüngste Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zu Dieselfahrverboten.

Grüner Block

Zudem ist unser Block sehr durchgrünt. Diese Qualität würde einer intensiven Bebauung zum Opfer fallen. Es ist also fraglich, warum eine vorhandene grüne Struktur, welche sicher zur Luftreinhaltung in der Stadt beiträgt und an der richtigen Stelle in der Stadt ist, stark dezimiert werden soll. Es ist sicher nicht sinnvoll ein solches Grünpotential über Ausgleichspflanzungen an anderer Stelle außerhalb der Innenstadt neu entstehen zu lassen. Mit einer maßvollen Bebauung und der Errichtung eines autofreien Quartiers können die bestehenden Grünstrukturen erhalten bleiben und eventuell noch gestärkt werden.

Suffizienz (das richtige Maß)

Anstatt kontinuierlich die Effizienz als einziges Mittel zur Erreichung der Klimaziele auf das Tablet zu heben, sollten die Probleme im Kern angepackt werden und nicht nur an den Symptomen herumgedoktert werden. Es ist absolut erforderlich zunächst über Weiternutzen und Ertüchtigen nachzudenken, bevor an das Neukaufen z.B. von Autos nachdenkt. In seiner Gesamtheit führt dies zu einer viel größeren Minderung von Emissionen als die effiziente Optimierung von Fahrzeugen. Mit der Suffizienz gibt es hier eine Strategie, welche viele Möglichkeiten für eine Energie- und vor allem Ressourceneinsparung bietet.

Modellvorhaben für den Block – alternatives Mobilitätskonzept

Aus diesen Gründen sollte das geplante Projekt in das geplante Modellvorhaben zur Erprobung einer neuen Stellplatzverordnung der Stadt aufgenommen werden, gerade weil es so viele Vorteile für die Luftreinhaltung in der Innenstadt bietet.

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